
Bereiftes Japan aus dem Fenster des Shinkansen Richtung Tokyo. Und wie kam es nun, dass ich
auf einmal am 11.01.2012 im Zug nach Tokyo war?
Vom Länderdirektor des Instituts in Tokyo war ich eingeladen worden einen Monat lang die Programmapteilung in Tokyo zu unterstützen. Natürlich zögerte ich angesichts einer solchen Chance nicht lang und sagte zu. Alles war sehr spontan, denn das Angebot bekam ich am letzten Arbeitstag vor den Weihnachtsferien und die Bestätigung, dass es nun wirklich möglich sei kam kurz vor Neujahr.
Schnell suchte ich eine Wohnung in Tokyo und musste auf Grund der Kurzfristigkeit eine leicht abgelegene (fast Yokohama O.o) und teure Behausung in Kauf nehmen.
Das war mein Zimmer - mit frisch gewaschener Wäsche :)

Das ist in der Küche....

...und dieser nette Herr mit Handtasche stand auf dem Schuhschrank im Eingangsbereich. Kurzum - ich fühlte mich heimisch in dem Augenblick in dem ich das Haus betrat.^^


Im letzten Eintrag erzählte ich ja, dass Vera und ich so krank waren und in Tokyo musste ich dann schließlich doch auch zum Arzt. Der Arzt meinte allerdings es wär ja gar nix, empfahl mir einen Luftbefeuchter zu kaufen, aber verschrieb mir trotzdem diiiiiese Menge an Tabletten und Augentropfen. Da fühlt man sich doch direkt drei mal so krank und denkt man müsse bald sterben. Aber die Sache ist, dass zur Unterbindung des Rauschgifthandels die Bestimmung über den Wikstoffinhalt einer einzigen Tablette in Japan so streng sind, dass man hier sagen wir mal drei Pillen schlucken muss um den Wikstoff zu sich zu nehmen, denn man in Deutschland in eine Tablette packt. Trotzdem, mit der Aussage des Arztes es wäre eigentlich alles in Ordung fand ich das doch sehr übertrieben.
Ich kaufte mir dann auch noch einen Luftbefeuchter - in der Form einer Dosentee-Dose wie man sie hier aus dem Automaten ziehen kann - einfach weil es ging!
Auf dem Weg von meinem süßen Häuschen zur Haltestelle gab es einiges zu entdecken....





Hing da einfach mal n Schirm am Baum mitten überm Wasser - seht ihr ihn? Wie der wohl da hin gekommen ist?

Ach ja die Straße, die zu meinem Haus führte war übrigens die Wizard of Oz-Straße. Warum auch immer. Seht ihr die vier oben an der Laterne? Ich habe auch ein phantastisches Video gemacht, denn manchmal wurde morgens wenn alle gelangweilt zu Arbeit/Schule trotteten beruhigende Klimpermusik eingespielt. Ein Phänomen das man öfter in japanischen Einkaufsstraßen antrifft und das einem das Gefühl verleit das ganze Leben würde sich in einem Freizeitpark abspielen, oder wäre ein Gibil-Film oder irgendetwas anderes ähnlich ungefährlich beruhigendes.

Und dann ging die Wizard of Oz-Straße auch noch über in die Bremen Str. ^^ Die Maskottchen dieser Straße waren selbstverständlich die Bremer Stadtmusikanten. Was auch immer für eine tiefe Verbindung Motosumiyoshi zu Bremen hegt.


Diese Alien-Bar lag auf meinem Heimweg. Leider war ich nie drin.


In Asakusa am Senso-ji war ich auch schon wieder und diesmal war er Neujahrsgeschmückt mit Katzen und Daruma.





Diese wunderbaren Dinge fand ich in einem 100 Yen Shop in Harajuku. Ja ich weiß ich bin kindisch, aber ich finds lustig.
Und dann habe ich in Tokyo nun

letztendlich doch mein heiß geliebtes gammel Portemonee vom Flohmarkt

zu Grabe getragen - alle die mich kennen wissen wie schwer dieser Abschied für mich war - und einen neuen Geldbeutel in Betrieb genommen. Hoffentlich macht er mich auch so lange so glücklich wie men altes Schätzchen.
Das beste Curry - von Coco Itchiban.

Mein erster Eindruck von der Kulturstadt Kamakura - rosa Wäsche.

Jetzt aber die richtigen Eindrücke - viel Natur und alter Kram.


Eine kleine Reise in und um den Buddha von Kamakura




Diese Omikuji von denen ich im letzten Eintrag erzählte, die einem die Zukunft vorhersagen, kann man hier sogar aus dem Automaten ziehen - Schicksalsautomat also.

Noch eine metallene Laterne und dann ging es zurück in die Gegenwart und das wilde Treiben der Großstadt. Der Mitbewohner einer Freundin hatte mich angerufen während ich in Kamakura war und gefragt ob ich nicht mit trinken gehen wolle - sicher doch, ihr kennt mich ja...
An diesem Abend lernte ich eine menge tolle Leute kennen mit denen ich dann den Rest meiner Tokyo-Zeit auch viel unternahm.
Nach ausgiebigem Yaki-niku-Schmaus (gebratenes Fleisch) landeten wir schließlich in einer Shisha-Bar in Shimokitazawa. Ich hoffe so sehr, dass ich die wieder finde, wenn ich das nächste Mal dort bin. Bin mal wieder nur hinter her gelaufen anstatt aufzupassen wos hin geht. Muss mir das echt mal angewöhnen, denn da war noch so eine tolle Bar in Shibuya, aber ohne intensive Suche werd ich die wohl nicht wiederfinden. :/





An diesem Abend hatte ich die erste herzhafte japanische Crep meines Lebens mit Kraben, Avocado und Salat obwohl ich mich früher immer drüber lustig gemacht hab. Es war aus lecker! (Grüße an die Oma <3)
... und schon wieder am Meiji-Schrein im Yoyogipark.





In diesen Fässern wird feiner Sake gelagert. Auf der anderen Seite des weges dieser Fässerwand gegenüber steht eine Fässerwand aus Rot- und Weißwein aus aller herren Länder.

Die Rainbow Brige bei Nacht auf dem Weg zum ageHa zu Sven Väth - Eintritt frei weil im Namen des Instituts - Yay!
Und hier der letzte Abend mit den netten Leutschen aus Tokyo (Nur ein Teil auf dem Foto sichtbar, aber die anderen haben in so fern beigetragen, als das die Stimmung auf diesem Foto nicht so gut gelungen wäre hätten sie nicht hinter der Kamera Fachsen gemacht.)


Details aus dem japanischen Alltag. Ich liebe es, dass man sein Essen so aufs kleinste bezeichnet und beschrieben bekommt in einem übersichtlichen recht wissenschaftlich anmutenden Diagram, als wärs eine neu entdeckte einzellige Lebensform.

In diesem Lokal, Ichiran, wird Katsuramen serviert. Man setzt sich an eine Theke, links und rechts Trennwände zwischen jedem Platz und vor einem auch eine Trennwand, sodass man nur noch die Hände des Kellners sehen kann. Der reicht einem vorab einen Zettel auf dem man den Geschmack seiner Bestellung genaustens beeinflussen kann. Man entscheidet durch Ankreuzen Dinge wie die Härte der Nudeln oder den Fettgehalt und noch vieles mehr.
Bekommt man dann glücklich die Suppe in der Form seiner Wahl wird ein Bambusvorhang herunter gelassen, sodass man sogar die Hände des Kellners nicht mehr sehen kann. Ziel ist es, dass man sich ganz und gar auf den Geschmack der vorzüglichen Ramen-Suppe konzentriert - und ich sag euch es war phantastisch!

Am nächsten Tag war ich noch in einer Ausstellung Im Espace Louis Vuitton - unglaublich beeindruckend und ich fand eine mir verwandte Seel wie mir schien bei der Betrachtung seiner Werke - Ataru Sato.
Das hier ist keins seiner Werke, aber auch sehr beeindruckend. Wer grad in Tokyo ist geht am besten hin. (http://espacelouisvuittontokyo.com/ja/)

Und dann war ein wilder Monat Tokyo zuende und es ging zurück nach Kansai. Der Aufenthalt in Tokyo ging allerdings nicht spurlos an mir vorbei. Er überzeugte mich endgültig davon, dass ich dort in dieser beeindruckenden Metropole auch einmal leben möchte und also habe ich mich entschlossen und werde am 18.03.2012 umziehen - nach Tokyo!
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